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Donnerstag, 17. November um 20.00 Uhr
Ulrike Draesner liest aus ihrem neuen Roman
"Spiele" (Luchterhand 2005)
München 1972 - für die dreizehnjährige Katja eine
spannende Zeit: Alles ist neu, die U-Bahn, die fremden Menschen,
die vielen Sportübertragungen im geliehenen Fernseher. Und über
allem das strahlende Münchner Föhnwetter. Doch auf einmal
ist alles anders - der Vater hat eine neue Frau, und Max, den sie
doch eigentlich so gerne mag, hat sie vor ihren Freunden derart
blamiert, daß sie sich bitterlich an ihm rächt. Währenddessen
läuft im Fernsehen Terror statt Sport: Die Fröhlichkeit
der Olympischen Spiele wird zunichte gemacht von einem Ereignis, "das
mit seiner ganzen Tragik, seiner Wirrnis und der Unreife die Probleme
deutlich gemacht hat, mit denen wir heute leben müssen".
Aber wie hängt die kleine Geschichte mit der großen zusammen?
Ist Katja wirklich schuld daran, daß Max sich plötzlich
entschließt, zur Polizei zu gehen, und in Fürstenfeldbruck
beim mißlungenen Versuch, die israelischen Geiseln zu befreien,
verwundet wird? Und warum spricht die Familie angesichts der Ereignisse
im Fernsehen plötzlich so viel von der eigenen Herkunft? Später,
als angesehene Photojournalistin, versucht Katja, die Bilder, das
Getuschel und ihre Ängste von damals zu entwirren.Sie stößt
auf Schrecken, Dilettantismus, Lügen und Anschuldigungen, auf
Ausflüchte, Fehler, Verzweiflung und Trauer. Und ganz allmählich
setzt sie aus den kleinen und großen Geheimnissen, die sich
tief in sie hineingegraben haben, das Bild ihres Lebens zusammen:
Könnte dies das Gefühl von Heimat sein, das Katja die
ganze Zeit über gesucht hat?
Ulrike Draesner wurde 1962 in München geboren und lebt heute
als Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin in Berlin. In München
und Oxford studierte sie Anglistik, Germanistik und Philosophie
und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Übersetzerin und
Herausgeberin tätig. Zuletzt erschienen von ihr der Roman "Mitgift",
die Erzählungen "Hotdogs" und der Gedichtband "kugelblitz".
Sie hat für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a.
den Hölderlin-Förderpreis und den Preis der Literaturhäuser.
17. November 2005, 20 Uhr
Eintritt (Euro):
9.-(im VVK 7.-)
erm. 7.-
Karten
20 22 007 BKA-Theater | Mehringdamm 34 | Berlin-Kreuzberg
Info: www.salonkultur.de
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